Artemisia Annua

Geschichte von Artemisia annua

Artemisia annua hat eine mehrere Jahrtausende umspannende Geschichte, die das Interesse zeigt, das die Pflanze von der Antike bis heute geweckt hat.

Geschichte
Kultur

Artemisia annua hat eine mehrere Jahrtausende umspannende Geschichte, die das Interesse zeigt, das die Pflanze von der Antike bis heute geweckt hat.

Artemisia annua, auch bekannt als einjähriger Beifuss, ist eine Heilpflanze, deren Verwendung in Asien mehrere Jahrtausende zurückreicht. Qinghao (青蒿) genannt, wurde diese Pflanze in der chinesischen Medizin traditionell zur Behandlung von Fieber und Malaria eingesetzt. Dieses alte Wissen ermöglichte die Entdeckung ihres wichtigsten Wirkstoffs: des Moleküls Artemisinin. Dieser Artikel fasst die Geschichte und den Werdegang dieser Pflanze in China und den angrenzenden Regionen zusammen und konzentriert sich auf die wichtigsten Entdeckungen bezüglich ihrer zahlreichen Wirkstoffe, die später folgten.

Traditionelle Verwendung und erste Erwähnungen

Die ersten schriftlichen Erwähnungen von Artemisia annua stammen aus der Han-Dynastie (206 v. Chr. – 220 n. Chr.) im Shennong Bencao Jing, einer Abhandlung der chinesischen Medizin, die ihre Verwendung angibt, um «Hitze zu vertreiben und intermittierendes Fieber zu behandeln». Die Pflanze wurde also hauptsächlich zur Behandlung von Fieber, aber auch von Verdauungsbeschwerden eingesetzt.

Die erste detaillierte Beschreibung der Pflanze erscheint in einem Handbuch der Notfallmedizin, dem Zhouhou Beiji Fang des Gelehrten Ge Hong (283-343 n. Chr.), einem Autor, der später zur Quelle für die Entdeckung des Artemisinin-Moleküls werden sollte. In diesem Handbuch wird die Pflanze zur Behandlung von Fieber, das durch Malaria verursacht wird, durch Mazeration frischer Blätter von Artemisia annua in kaltem Wasser empfohlen, um den Saft zu extrahieren und zu trinken.

Wiederentdeckung im 20. Jahrhundert und Identifizierung von Artemisinin

Erst in den 1960er Jahren erlebte die Pflanze ein erneutes Interesse. Als Folge der Entwicklung von Resistenzen gegen Chloroquin, dem wichtigsten Medikament zur Behandlung von Malaria, startete die chinesische Regierung das «Projekt 523», um auf der Grundlage des Wissens der traditionellen chinesischen Medizin nach neuen Behandlungen zu forschen.

Die ersten Ergebnisse dieser Forschung liessen nicht lange auf sich warten, und 1971 identifizierte ein Forscherteam der Akademie für traditionelle chinesische Medizin unter der Leitung der Forscherin Tu Youyou die Pflanze Artemisia annua als vielversprechend im Kampf gegen die Krankheit. Nach Hunderten von Versuchen zur Isolierung der Bestandteile der Pflanze wurde 1972 der wichtigste Wirkstoff der Pflanze isoliert und identifiziert: Artemisinin. Diese Entdeckung führte dazu, dass Tu Youyou 2015 den Nobelpreis für Medizin erhielt.

Entdeckung der anderen Wirkstoffe

In der Folge wurden viele weitere Wirkstoffe mit medizinischen Eigenschaften entdeckt:

Flavonoide (1980-2000)

Diese Moleküle wurden auf ihre synergistischen Wirkungen mit dem in Artemisia annua vorkommenden Artemisinin-Molekül untersucht.

  • Artemetin: Wirkstoff mit antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften.

  • Casticin: Wirkstoff mit antimalariawirksamen Effekten.

  • Chrysosplenetin: Wirkstoff, der Artemisinin potenziert.

In den 1990er Jahren legten mehrere chinesische Studien nahe, dass bestimmte Flavonoide eine bessere Bioverfügbarkeit des Artemisinin-Moleküls für den Menschen ermöglichen, wodurch eine Reduzierung der benötigten Dosen möglich wird.

Andere Terpene und ätherische Öle

  • Dihydroartemisinin: Ein Derivat von Artemisinin, bei dem präklinische Studien zur Krebsbehandlung laufen.

  • Artemisininsäure: Eine halbsynthetische Vorstufe von Artemisinin, die es letztlich ermöglichen könnte, Artemisinin in grossen Mengen herzustellen.

  • Kampfer und Limonen: Moleküle, die in den ätherischen Ölen von Kampfer bzw. Zitrusfrüchten vorkommen und antibakterielle Wirkungen haben.

Neuere Entdeckungen (2000er-2020er Jahre)

Neuere Forschungen, insbesondere in China und Korea, haben mehrere potenzielle und vielversprechende Vorteile der Pflanze für den menschlichen Körper entdeckt:

  • Bestimmte Polysaccharide (Polymerfamilie der Kohlenhydrate), die in der Pflanze Artemisia annua vorkommen, stimulieren das Immunsystem.

  • Mehrere synthetische Derivate der Pflanze wurden entwickelt, darunter Artesunat, um die Wirksamkeit von Behandlungen gegen Krebs und Viruserkrankungen zu verbessern.

Schlussfolgerung

Artemisia annua ist das Paradebeispiel für den Reichtum der chinesischen Pharmakopöe. Ihr einzigartiger Werdegang hat es ihr ermöglicht, von einer Pflanze, die traditionell in der chinesischen Medizin verwendet wird, zu einem Nobelpreis durch die Entdeckung ihres Wirkstoffs Artemisinin zu gelangen. Danach hat sie immer wieder neue Forschung inspiriert, so gross ist das Potenzial für die menschliche Gesundheit. Die aktuellen Studien befassen sich mit der Behandlung oder Verbesserung der Behandlung von Krebs und Virusinfektionen. Die historische Bedeutung dieser Pflanze steht ausser Zweifel und zeigt auch den unschätzbaren Beitrag der chinesischen Medizin zur medizinischen Forschung.

 

Anmerkungen &

Referenzen

work_snail

Cultivée et conditionnée en Suisse.
Sans traitement phytosanitaire.

icon 2c 1

Contrôle et traçabilité complets.
De la germination à la récolte.

Monk

Sélection variétale traditionnelle.
Semences bio de qualité supérieure.

Artemisine_Product_Powder

Artemisia cultivée
 sous serre

35
Forme souhaitée
Volume souhaité

Conformémement à la législation suisse, nos produits sont vendus comme matière première végétale. Nous ne formulons aucune allégation thérapeutique. Son usage relève de la responsabilité de chaque utilisateur.