Die Artemisia annua besitzt eine grosse Anzahl an aktiven Molekülen, die in den letzten Jahrzehnten einen Forschungsschub erlebt haben, der ihr Potenzial für die menschliche Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten aufzeigt.
Die Artemisia annua ist eine Heilpflanze aus Asien, die heute auf fünf Kontinenten angebaut wird. Seit etwa fünf Jahrzehnten erlebt die Pflanze einen erneuten Aufschwung infolge zahlreicher vertiefter Forschungen über ihre aktiven Bestandteile. Tatsächlich enthält die Artemisia annua eine Vielzahl von Wirkstoffen, die ein bedeutendes therapeutisches Potenzial für die menschliche Gesundheit gezeigt haben. Sie enthält zudem Polyphenole und ätherische Öle.
Die wichtigsten Wirkstoffe und ihre Zusammensetzung
Der bekannteste Wirkstoff der Artemisia annua heisst Artemisin. Entdeckt in den 1970er Jahren, war dieses Molekül Gegenstand zahlreicher Forschungen seither. Die Pflanze enthält auch eine beträchtliche Anzahl an Flavonoiden, sekundären Metaboliten von Gefässpflanzen, darunter Luteolin, Quercetin, Casticin, Artemetin und viele weitere. Zu all diesen Bestandteilen kommen bei der Artemisia annua noch Phenolsäuren, Polysaccharide, Saponine und Cumarin hinzu.
Antimalaria-Eigenschaften
Artemisin, das Hauptmolekül der Pflanze, wird heute in von der WHO empfohlenen Malariabehandlungen eingesetzt. Dieser Wirkstoff erzeugt bei Kontakt mit Eisen freie Radikale, was die Zerstörung der im Blut vorhandenen Parasiten ermöglicht. Durch die kombinierte Wirkung der in der Pflanze natürlich vorkommenden Flavonoide wird die Wirksamkeit von Artemisin um 50% erhöht, was die Wirkung des Moleküls aufgrund seiner langen Halbwertszeit verlängert.
Antikrebs-Wirkungen
Neuere Forschungen haben eine zytotoxische Wirkung von Artemisin auf bestimmte eisenreiche Krebszellen gezeigt. So wurden Wirkungen auf Prostata-, Bauchspeicheldrüsen-, Brust-, Leber-, Gehirn- und Dickdarmkrebs beobachtet. Wie bereits erwähnt, löst das Vorhandensein von Eisen die Freisetzung intrazellulärer freier Radikale aus, die zur Zerstörung von Tumorzellen neigen. Diese Studien stützten sich auf Experimente an Tier- oder Zellmodellen, bei denen eine signifikante Verringerung der Tumorgrösse um bis zu 50% festgestellt wurde.
Antioxidative und schützende Eigenschaften
Die anderen in der Pflanze enthaltenen Moleküle, insbesondere die Polyphenole und Flavonoide, sind dafür bekannt, starke Antioxidantien zu sein. Diese tragen dazu bei, den oxidativen Stress der Zellen zu bekämpfen, der an deren Alterung beteiligt ist. Diese Antioxidantien ermöglichen es auch, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose oder bestimmte Krebsarten zu verhindern und zu bekämpfen. Luteolin ist insbesondere bekannt für seine entzündungshemmenden und antikarzinogenen Eigenschaften.
Andere potenzielle Vorteile
Mehrere Studien haben nahegelegt, dass Artemisia annua die natürlichen Abwehrkräfte stimuliert, indem sie die Immunantwort gegen verschiedene Infektionen, einschliesslich neuartiger Viren, stärkt.
Traditionell wurde die Pflanze wegen ihrer reinigenden Eigenschaften verwendet, etwa durch Räucherungen, oder als Tonikum, als Aufguss oder Abkochung.
Artemisia annua besitzt zudem ein Hemmpotenzial für das Wachstum bestimmter unerwünschter Pflanzen, was sie zu einem vielversprechenden natürlichen Bioherbizid macht.
Vorsichtsmassnahmen und Grenzen
Die Verwendung von Artemisia annua sollte dennoch mit Vorsicht erfolgen. Bei längerer Anwendung oder übermässigem Konsum bestehen Risiken von Verdauungsstörungen, neurologischen (insbesondere für Menschen mit Epilepsie) und Herzproblemen.
Die Pflanze wird schwangeren und stillenden Frauen nicht empfohlen.
Bei empfindlichen Personen können allergische oder Hautreaktionen auftreten.
Schlussfolgerung
Artemisia annua weist einen grossen Reichtum an aktiven Molekülen auf, der sich durch ihre Komplementarität auszeichnet (insbesondere zwischen Artemisin und den Flavonoiden). Die Pflanze besitzt wissenschaftlich anerkannte Eigenschaften gegen Malaria, Krebs, oxidativen Stress und zur Stimulierung des Immunsystems. Auch wenn Studien am Menschen noch ausstehen, um ihre Anwendung in vivo zu bestätigen, ist die Pflanze sehr vielversprechend für die menschliche Gesundheit. Ihre Verwendung sollte in angemessener Weise erfolgen, um Risiken von Nebenwirkungen zu vermeiden, vorzugsweise unter der Betreuung von Gesundheitsfachleuten wie Ärzten, Homöopathen, Kräuterkundigen usw.
Anmerkungen &
Referenzen
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